Restauration der Instrumentenbeleuchtung

Anhand der folgenden Beschreibung, möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie das Diffusionspapier der Instrume für Signalstärke und Ratio-Mitte erneuern können. Die Anleitung erfolgt ohne Gewähr, jegliche Arbeiten erfolgen daher auf eigenes Risiko.

Die einzelnen Arbeitsschritte habe ich im Wesentlichen bei der Restauration eines 2330B und eines 2226B aufgenommen, deren Instrumentenbeleuchtung sehr ähnlich sind. Grundsätzlich kann diese Anleitung auch auf andere Modelle übertragen werden, wobei bei manchen Geräten der erforderliche Arbeitsaufwand auch deutlich von dieser Anleitung abweichen kann, je nachdem, wieviel Elektronik und Mechanik sich hinter dem Lampenkasten befindet. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Sie über das erforderliche Geschick für diese Arbeiten verfügen, konsultieren Sie lieber einen Fachmann, ehe Sie Ihren wertvollen Klassiker versehentlich beschädigen!

Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, stellen Sie unbedingt sicher, dass der Netzstecker des Gerätes gezogen ist! Als nächstes müssen die Frontblende und der Gehäusedeckel demontiert werden. Wie Sie hierbei vorgehen, können Sie hier nachlesen.

 

Nachdem Gerätefront und Deckel demontiert sind, haben Sie freie Sicht auf die Plastiknasen, mit denen der Lampenkasten unter den Instrumenten im Frontblech fixiert ist.

 

Hebeln Sie die Plastiknasen mit einem flachen Schraubenzieher vorsichtig nach oben, bis Sie aus dem Frontblech ausrasten. Denken Sie daran, dass Ihr Marantz nicht mehr neu, das Plastikmaterial daher möglicherweise spröde und brüchig geworden ist. Wenn Sie behutsam und langsam vorgehen, sollten sich die Nasen ohne Bruch von der Front lösen lassen.

 

Ziehen Sie jetzt die Unterseite des Lampenkastens vorsichtig vom Frontblech weg und ziehen dann die oberen Plastiknasen aus ihrer Führungsnut. Jetzt liegt das Diffusionspapier der Instrumente frei und kann entfernt werden.

 

Bei einigen Geräten, wie z.B. dem hier gezeigten 2250B, müssen Sie zunächst einige Kabel ablöten, bevor Sie den Lampenkasten nach hinten abziehen können. Fertigen Sie sich vor dieser Arbeit unbedingt Detailfotos an, damit Sie die Kabel anschließend nicht versehentlich an der Falschen Stelle wieder anlöten!

 

Nachdem Sie das Diffusionspapier entfernt haben, sollten Sie die Rückseite der Instrumente und das Innere des Lampenkastens gründlich reinigen. Verwenden Sie für die Reinigung des Lampenkastens Druckluft und erforderlichenfalls einen weichen Borstenpinsel. Besonders hartnäckige Verschmutzungen lösen Sie mit einem angefeuchteten Wattestäbchen.

 

Die vollwertige Leuchtkraft der Instrumente lebt auch vom Streulicht, welches vom weissen Lampenkasten nach vorn reflektiert wird. Sollte die Innenseite des Lampenkastens gelblich oder bräunlich verfärbt sein, so erzielen Sie durch eine Lackierung mit  hitzebeständigem, hochglänzendem Heizkörperlack eine neuwertige Leuchtkraft.

 

Verwenden Sie das alte Diffusionspapier als Schablone, um sich das neue Diffusionspapier passgenau anzufertigen.

 

Knicken Sie das zugeschnittene Diffusionspapier oben und unten an der entsprechenden Stelle vor der Montage ein. An der Oberseite schneiden Sie das Diffusion ein, wie auf dem Foto gezeigt.

 

Durch diesen kleinen Trick ersparen Sie sich die lästige Arbeit, alle Kabelverbindungen an den Instrumenten vorher ab- und anschließend wieder festlöten zu müssen.

 

Wenn Sie alles richtig gemacht haben, verlaufen die vorbereiteten Knickstellen des Diffusionspapiers exakt an der Ober- und Unterkante der Instrumente.

 

Auf der zuvor gründlich von alten Kleberesten befreiten Oberseite der Instrumente bringen Sie doppelseitiges Klebeband an. Bei der schwer zugänglichen Unterseite ist dies nicht erforderlich, da das Papier hier durch den Lampenkasten selbst ausreichend fixiert wird.

 

Fixieren Sie die umgeknickte Oberkante des Diffusionspapiers mit dem doppelseitigen Klebeband.

 

Nun kann der Zusammenbau Ihres Klassikers wieder beginnen!.

 

Als erstes führen Sie die oberen Plastiknasen des Lampenkastens wieder in die hierfür vorgesehene Führungsnut in der Frontblende ein.

 

Wie Sie an der angeklebten Führungsnase auf dem Bild erkennen können, sind diese sehr empfindlich. Offensichtlich war der Vorbesitzer dieses 2330B etwas ungeschickt. Ist der Lampenkasten richtig ausgerichtet, gleiten die Plastiknasen jedoch ohne jede Gewalt in die Führung hinein, so dass derlei Schäden wirklich unnötig sind.

 

Helfen Sie mit dem schon zuvor bei der Demontage verwendeten Schraubenzieher nach, indem sie die beiden unteren Plastiknasen vorsichtig nach oben anheben, während Sie den Lampenkasten mit sanftem Druck nach vorn drücken, bis die Plastiknasen einrasten.

 

So sieht die Rückseite der Instrumente aus, wenn Sie alle Schritte richtig ausgeführt haben.

 

Und so sieht das leuchtstarke Ergebnis von vorn aus!

 

Ohne Diffusionspapier würde das Licht nach vorn durch die Anzeige hindurch blenden, so dass man um diese ganze Arbeit leider nicht herum kommt!

 

Da die Instrumente bei einem Großteil der Receiver und Tuner von Marantz lediglich mit Doppelseitigen Klebeband am Chassis verklebt sind, möchte ich eine weitere, sehr elegante Vorgehensweise bei der Restauration der Instrumente ebenfalls nicht unerwähnt lassen:

 

Manchmal lassen sich die Instrumente sehr leicht vom Chassis lösen und nach oben (oder wie am hier gezeigten Beispiel des 2385 nach vorn) entnehmen, ohne sie von ihrer Verkabelung ablöten zu müssen.

 

Nun hat man alle erforderliche Bewegungsfreiheit, um das Diffusionspapier auf der Rückseite des Instrumentes anzubringen. Gleichzeitig läßt sich auf diese Weise das Innere des Lampenkastens sehr leicht reinigen bzw. im Fall größerer Verfärbungen mit hochglänzendem weißem Heizkörperlack ausmalen, was das spätere Leuchtergebnis zusätzlich verbessert.

 

Zum Schluß müssen die Instrumente nur wieder an der richtigen Stelle mit doppelseitigem Klebeband fixiert und der komplett gereinigte Lampenkasten montiert werden.

 

Auch bei einigen Tunern sind die Instrumente besonders servicefreundlich eingebaut, was die Sanierung der Beleuchtung besonders einfach gestaltet. So muss beispielsweise bei den Tunern Model 2100 und 2120 lediglich ein Fixierrahmen vor den Instrumenten abgeschraubt werden, um die Instrumente nach vorn wegklappen zu können.

 

In diesem Fall ist es ein Kinderspiel, das alte Diffusionspapier in einem Stück zu entfernen, um hieraus Schablonen für das neue Papier anfertigen zu können.

 

Ohne die ansonsten doch sehr beengten Platzverhältnisse hinter den Instrumenten gelingt auch die Befestigung des neuen Diffusionspapiers bei diesen Tunern problemlos.

 

Und wenn sich der Lampenkasten ohnehin schon einmal derartig geöffnet präsentiert, kann man ihn bei dieser Gelegenheit auch gleich mit Heizkörperlack zum Hochglanz bringen!

 

Für den Wiedereinbau müssen lediglich die vier Schrauben des Fixierbleches wieder festgezogen werden - Fertig! Natürlich sollten alle diese Arbeiten bei ausgeschaltetem Gerät bzw. mit gezogenem Netzstecker ausgeführt werden!

 

Lohn der Mühe: Ein in strahlendem Marantzblau leuchtender Tuner, wie er dereinst die heiligen Hallen des Herstellers verlies!

 

Aber...
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manchmal steckt die Tücke im Detail! Nicht immer liegt eine Einschränkung der Leuchtintensität ausschließlich am alterungsbedingt vergilbten Diffusionspapier oder Lampenkasten. Im nachfolgend gezeigten Beispiel befand sich eine auf mir unerklärliche Weise entstandene Verunreinigung im Inneren des Signalstärkeinstrumentes eines 2325.

Hier half nichts: Der Lampenkasten mußte komplett demontiert werden, um an die Instrumente herankommen zu können. Sehr schön kann man hier übrigens sehen, wie der Zahn der Zeit am Diffusionspapier hinter den Instrumenten genagt hat.

 

Die Verunreinigung befand sich hinter der bedruckten Folie des Signalstärkeinstrumentes, was die Reinigung zusätzlich verkomplizierte.

 

Also mußte auch die Folie entfernt, gereinigt und wieder angebracht werden.

 

Einziger Vorteil der ganzen Aktion: Bei komplett demontiertem Instrument war die paßgenaue Anbringung des neuen Diffusionspapiers ein Kinderspiel!

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